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Dienstag, 3. März 2020, 21:42

Vorbereitungen für den neuen Hausherren

was vorher geschah

Nur wenige Tage später hatte die Assistentin als Bedienstete im Palais de Feutre ihre Stellung bezogen. Sie trug wahrhaftig das Outfit eines Dienstmädchens, in dem sie sich so unwohl fühlte, das sie sich wünschte unsichtbar zu sein. Ihre privaten Kleider waren ihr da bedeutend lieber. Es nützte aber alles nichts, da musste sie jetzt durch. Zu ihrer Erleichterung waren die Schuhe immerhin zu ihrer vollsten Zufriedenheit. Denn diese hatten keinen Absatz, sondern waren flach, schlicht, leicht und sehr bequem. Ihr Haar hatte sie zu einem strengen Dutt zurückgenommen.

Sie wusste nicht, wann genau der Senator ankommen würde, weshalb sie noch ein mal durch das ganze Anwesen schlenderte, damit sie sich dort bewegen konnte, als wäre sie tatsächlich schon länger in seinen Diensten.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Dilan Sieyes« (5. März 2020, 12:29)


Thierry Barras

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Dienstag, 3. März 2020, 22:16

Thierry konnte immer noch nicht glauben, wie schnell sich seine Lebensumstände ändern würden. Noch vor kurzem hielt er sich bedeckt, versteckte sich in schäbigen Seitenstraßen und hatte Kontakt mit den Ärmsten der Armen. Er fürchtete schon, ewig ein solches Leben zu führen - auch wenn er den Nervenkitzel dahinter genoss.

Und nun plötzlich war er nicht mehr der gesuchte Mörder Thierry, sondern Senator Barras. Er hatte zwar noch immer keine Ahnung, was aus diesem vermaledeiten Urteil geworden war oder wie dieser Umstand trotz seines grandios gescheiterten Gesprächs bei der Kaiserin überhaupt eintreten konnte, aber er war sich sicher, dass Duroc dort seine Finger im Spiel hatte.
Alleine dadurch wurde ihm dieser Triumph wieder madig gemacht. Doch andererseits: Einem geschenkten Gaul...
Also ließ er zur Feier des Tages seine Haare wieder kürzen. Schulterlänge geziemte sich seiner Meinung nach nicht für eine Person in so einem Amt. Auch der Bart durfte wieder seine alte Form einnehmen. Selbstverständlich durfte ein ausgiebiger Besuch beim Herrenausstatter nicht fehlen.

Senator Barras... Endlich wieder Einfluss haben, ohne Verantwortung zu tragen. Das war nach seinem Geschmack. Auch wenn ihn das deutlich mehr zu Durocs Spielball machen könnte als vorher - er konnte sich ohne Alias, ohne Verkleidung blicken lassen.

Natürlich tuschelten die Leute. Nicht nur wussten viele noch von dem Prozess und dem damals ausgesprochenen Urteil - das, so hörte er diverse Gerüchte, offenbar aufgehoben wurde? -, sondern natürlich wurde auch seine Beziehung.... Affäre... Partnerschaft... Beziehung?... zu der Abgeordneten Cabarrus nun noch stärker ausgeschlachtet als zuvor.
Therese... Er würde sie vor einer anstehenden Entscheidung im Senat definitiv konsultieren müssen. Doch zunächst galt es, sein neues Anwesen zu beziehen. Der Palais de Feutre... Hier einmal zu wohnen hatte er sich nicht vorstellen können.

Es waren längst sämtlich übriggebliebenen Habseligkeiten eingeräumt worden. Viel war es nicht. Es reicht gerade einmal, um anderthalb Zimmer des üppigen Gebäudes zu füllen. Doch auch das würde sich schon mit der Zeit ändern. Wichtig waren die repräsentativen Möbel, Lampen und Verzierungen. Ein paar Gemälde würden den Wänden bestimmt auch gut tun. Auch wenn sein Bild von Künstlern seit der Vernissage noch drastischer gesunken war als vorher, war er immer noch der Meinung, dass man mit Gemälden gut angeben könnte. Das hatte dieser Marat selbst beeindruckend vorgemacht.

Senator...

Nachdem er die großen Türen öffnete und sich in die gewaltige Eingangshalle begab - in der noch kein WLAN installiert wurde, wie er traurig feststellte -, erblickte er eine junge, durchaus attraktive Dame. War die Dienstmädchenuniform hier Brauch? Kam sie von einem Kostümfest? Auf jeden Fall weckte sie seine Neugierde und er tippte ihr freundlich auf die Schulter. Noch ehe sie sich umdrehen konnte, sagte er scherzend:

"Entschuldigung, Sie haben da eine Stelle übersehen."
Senator Thierry Barras
Herr des Palais Feutre
"Vous avais ma curiosité, mais maintenant vous avez mon attention."

3

Freitag, 6. März 2020, 11:32

Tatsächlich nahm es mehr Zeit in Anspruch sich das Anwesen genauer anzusehen und einzuprägen, als erwartet. Dilan konnte nur hoffen das in der Zwischenzeit keine weiteren Angestellten oder gar der Hausherr eingetroffen waren und Zeuge dabei wurden, wie sie umher streunerte.
Letzten Endes stand die Dunkelhaarige in der Eingangshalle, fühlte sich in Anbetracht der Größe etwas verloren an diesem Ort. Da war ihr das Büro des Detektivs um Längen lieber. Es bestand aus nur 4 Räumen, war übersichtlich und im Grunde eh ihr zweites Zuhause.
Für den Bruchteil von Sekunden fühlte sich alles um Dilan herum viel zu groß an.
Hatte sie sich vermutlich übernommen, als sie diesen Auftrag angenommen hat?

Ein erschreckter Aufschrei hallte in der großen Halle wieder. Das Hausmädchen war sehr weit in ihre Gedanken abgedriftet. So weit, dass sie weder die Tür gehört hatte noch die Bewegung ganz dicht hinter ihr gespürt.
Erschreckt fuhr sie herum, stand niemandem geringen gegenüber als der Zielperson.

„Senator Barras!“

Der Schreck und ihre Verlegenheit waren überdeutlich zu hören.
„Ich bitte um Entschuldigung.“
Wofür genau sich Dilan entschuldigte wusste sie selber nicht so recht, es erschien ihr aber das Richtige zu sein.
Nach dem ersten Schreck hatte sich das Dienstmädchen schnell wieder gesammelt. Lächelte verlegen.
„Guten Tag Senator Barras. Wie war ihre Reise? Sind sie gut angekommen?...“
Viel wichtiger war aber „... Kann ich etwas für sie tun?“

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Dilan Sieyes« (6. März 2020, 11:48)


Thierry Barras

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4

Freitag, 6. März 2020, 11:59

Barras schaute das Dienstmädchen mitleidig an. Sie hatte sich erschrocken, war in Gedanken. Wie lange arbeitete sie schon hier? Und wie lange arbeitete das übrige Personal schon hier? Er würde alle nacheinander in persönlichen Gesprächen untersuchen. Duroc hatte ihm den Posten hier verschafft. Duroc hatte dafür gesorgt, dass er dieses Anwesen bezog. Er war sich sicher, dass die Belegschaft von Durocs Schergen durchsetzt war und er rund um die Uhr bespitzelt werden würde. Im schlimmsten Fall müsste er wohl die gesamte Belegschaft auswechseln.

"Oh, ich dachte, ich müsste mich vorstellen. Gut, das ist offensichtlich nicht nötig. Verraten Sie mir Ihren werten Namen?"

Doch ehe das Dienstmädchen antworten konnte, lief er in der großen Eingangshalle ein wenig auf und ab, mit federndem Gang, die Hände hinterm Rücken verschränkt und ein Lächeln auf dem Gesicht. Er erweckte den Eindruck, als wollte er den Namen gar nicht wissen - und das war auch der Fall. Namen zu kennen bedeutete, Bindung aufzubauen, sich verwundbar zu machen. Verwundbar war er lange genug gewesen - es war an der Zeit, diese Phase abzuhaken.

"Ob Sie etwas für mich tun können? Nun, wenn Sie Ihre Arbeit vernünftig machen, ist mir damit schon sehr geholfen. Vielen Dank. Oh - und eine Tasse Tee. Salbei. Ein Würfel Zucker. Ich möchte ein bisschen in Ruhe in meinem Arbeitszimmer studieren."

Natürlich war das nicht vollständig wahr. Sein Plan war es, einen kurzen Blick auf die Zeitung zu werfen und anschließend schlecht gemachte Realitysoaps im Fernsehen anzusehen. Aber was ging das das Personal schon an?
Senator Thierry Barras
Herr des Palais Feutre
"Vous avais ma curiosité, mais maintenant vous avez mon attention."

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