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Die letzten 10 Beiträge

26

Mittwoch, 29. Januar 2020, 08:01

Von Thierry Barras

Er lächelte ein ehrliches, glückliches Lächeln, als Therese seinen Lieblingscode nannte. Für einen kleinen Moment war auch er in die Vergangenheit zurückversetzt - in eine bessere Zeit, in der er nicht "Katz und Maus" spielen oder sich von einem Emporkömmling wie Duroc hin- und herschubsen lassen musste wie eine Schachfigur.

Zum Abschied gab er Therese einen Kuss auf die Stirn. Mit einem gehauchten
"Pass bitte auf dich auf..."

...verließ er den Garten, stolzierte durch das Restaurant wie ein eleganter Pfau, grüßte einige ihm unbekannte Leute mit schwungvoller, offener Herzlichkeit (die konnte er derzeit am besten spielen) und sah zu, dass er Land gewann.
Dass er hierbei ganz vergaß, zu bezahlen, und dies an Therese hängenbleiben würde, war keine bösgemeinte Absicht. Seine Aufgabe war es jetzt, herauszufinden, ob irgendeine seiner Optionen zur Aufnahme des Gesprächs mit Duroc funktioniert hatten - und auf Thereses Nachricht mit dem Inhalt "Ich habe ein tolles Buch gekauft, das kann ich dir nur empfehlen" (Ich habe die Akten. Sag, wo wir uns treffen.) zu warten.

25

Mittwoch, 29. Januar 2020, 07:52

Von Therese Cabarrus

Zitat

… Leo Lioncourt" ... "Genieße den Tag am See" oder "Es gibt Eintopf" … Rübennasen säen Wind ...

Thierry kannte also noch die Codes! Therese schmunzelte vergnügt und für eine Sekunde fühlte sie sich zurück versetzt in jene schöne Stunden, die sie zusammen genossen hatten. <Oh ja, es gibt Eintopf … > Therese wusste noch gut was Thierry von ihr wollte, wenn er ihr das schrieb und was sie ihm darauf antworten sollte:

"Und zum Nachtisch gibt es Eclairs à la crème de fraise! Lieferung wie immer mittags ins Büro?" <Ich erwarte Dich in einem Hauch von Nichts. Um 20 Uhr, in unserer Liebeslaube in der Rue du Village.>

Leider gab es jenes kleine Appartement schon lange nicht mehr, welches Theres damals unter falschem Namen angemietet hatte. Und ebenso wenig hatten sie heute und hier die Gelegenheit gemeinsam den Eintopf und den Nachtisch zu genießen, denn angesichts des letzten Codes - oder besser gesagt Warnung - verflogen die schönen Erinnerungen wieder und Therese wirkte wieder ernst, als sie ihm zum Abschied noch einmal wissend zu nickte und ihm nachdenklich nach blickte.

24

Dienstag, 28. Januar 2020, 20:16

Von Thierry Barras

Den Kuss erwiderte er nur allzu gerne. Ihm verlangte noch mehr, aber dies war nicht der Ort und jetzt war nicht die Zeit. Immerhin wusste er jetzt, dass sie ihm kein Messer in den Rücken rammen würde, wenn es soweit käme.

"Mon Outremer"? Das muss eine dieser Internetplattformen sein. Wie war nochmal sein Nickname dort?

"Es ist gut möglich, dass ein gewisser "Leo Lioncourt" dir dann so nette Sachen schreibt wie "Genieße den Tag am See" oder "Es gibt Eintopf". Ich hoffe, du hast nicht all unsere Codes vergessen."

Mit einem schelmischen Lächeln gab er ihr die Antwort auf die Frage, die sie nie gestellt hatte.
Wie gerne hätte er auf der Flucht auf diese Art Kontakt mit ihr aufgenommen. Wie gerne hätte er ihr damit sagen wollen, was er ihr heute gesagt hatte. Doch hätte sie ihm damals geglaubt?

"Und wo wir gerade beim Thema sind: Rübennasen säen Wind."

Dieser Code stand vor "Hüte dich vor dem/der Regierungschef/in", womit er in diesem Fall jedoch nicht die Kaiserin, sondern den Seneschall meinte. Da er jedoch den Code für "männlicher Regierungschef" verwendete, konnte sie nur zu diesem Schluss kommen. Und er deutete damit an, dass er den Seneschall getroffen hatte - ein sehr riskanter Zug seinerseits, war doch Teil der Abmachung mit Duroc, dass niemand erfahren solle, dass sie sich kennen.

23

Dienstag, 28. Januar 2020, 17:51

Von Therese Cabarrus

Zitat

Ich weiß nicht, wie schnell die Behörden mittlerweile kommunizieren. Für die meisten dürfte ich noch ein verurteilter Mörder sein, der bei der ersten Sichtung zu exekutieren ist.

Die Sache mit der Bewährung hatte in Therese´s Ohren nicht so richtig wahr klingen wollen, angesichts seiner Worte und Thierry unternahm auch im nachhinein nichts, um ihre Vermutung wieder zu entkräften. Dabei hatte sie so sehr gehofft, dass er wirklich außer Gefahr wäre, doch stattdessen wuchs genau diese, je länger sie hier zusammen standen. Wie lange mochte das noch gut gehen?

"Sei nicht albern. Mein Leben ist genauso wertvoll oder auch nicht, wie Deines! … Also hör auf so einen Unsinn zu reden", fuhr sie ihn energisch aber nicht böse an. Wer konnte bei so einem verschmitzten Lächeln schon böse sein? Wie ein großer Junge wirkte Thierry in diesem Augenblick, der nichts und niemanden richtig ernst zu nehmen schien.

"Und verlass Dich bitte nicht zu sehr darauf, dass alle Polizisten sich von Deinem Lächeln blenden lassen … Es reicht, wenn ich das tue, Du alter Charmeur!" Diese Worten klangen weitaus weniger energisch, vielmehr scherzend und vertraut aus Thereses Mund. Sie machte keinen Hehl daraus, dass sie Thierry immer noch sehr mochte und ihre Gefühle zu ihm noch lange nicht erloschen waren. Ihre Beziehung würde vielleicht nie mehr so wie früher werden, doch wer wusste schon was die Zukunft bringen würde.

Für den Moment schien jedenfalls alles gesagt und Thierry wollte offenbar das Treffen beenden.

"Pass auf Dich auf, versprich es mir!", forderte Therese ein Versprechen und einen Kuss von ihm, wobei sie letzteren einfach von seinen Lippen stahl, ehe sie ihn mit den abschließenden Worten gehen ließ: "Wenn du mit mir in Kontrakt treten willst, dann poste am besten eine Nachricht in mein Account bei Mon Outremer. So wie wir es früher gemacht haben, … du weißt schon." <Wie wir aus einer Laune heraus angefangen haben, uns zum Spaß verschlüsselte Nachrichten zu schicken?!> Ob sich Thierry noch daran erinnerte? Vielleicht konnten sie ja auf dieses Weise die Polizei und andere unerwünschte Beobachter in die Irre führen.

22

Montag, 27. Januar 2020, 09:37

Von Thierry Barras

Hatte er sich verplappert oder hatte Therese die Lüge mit der Bewährung durchschaut? Wahrscheinlich letzteres, schließlich war ihr scharfer Verstand eine ihrer Eigenschaften, die ihn in den Wahnsinn trieb - auf gute wie auf schlechte Art.

"Mach dir keine Sorgen um mich. Ich bin jetzt schon geraume Zeit wieder in Outremer und grüße die uniformierten Dödel, wenn ich mir morgens meine Brötchen beim Bäcker hole. Dieser Fouche, oder wie auch immer der Polizeichef nochmal heißt... der muss händeringend nach Personal suchen, wenn man sich so anschaut, wer alles im Polizeidienst tätig ist."

Das verschmitzte Lächeln wich nicht von seinem Gesicht. Er hielt noch nie viel von der Polizei, machte sich aber einen Spaß daraus, sie vorzuführen. Und er hoffte, dass er Therese die Angst nehmen könnte, wenn er selbst kein sorgenvolles Gesicht aufsetzte, sondern das eines Mannes, der genau weiß, was er tut.

"Du hast deine Einladung hierher doch an mich zustellen können durch einen Boten. Wirklich "sicher" ist kein Ort. Aber ich habe meine Kontakte und Unterkünfte, falls es hart auf hart kommen sollte.
Mein Handy ist leider auch hinüber...
"
<...dank Duroc, diesem barbarischen Arsch...>
"...aber das wird wahrscheinlich sowieso überwacht."

Thereses Einwände verstand er. Sie wollte die Zahl der Mitwisser so gering wie möglich halten. Das verringerte zwar das Risiko, aber für ihn damit auch den Nervenkitzel. Allerdings... nach seinem Aufeinandertreffen mit dem Seneschall war das wahrscheinlich gerechtfertigt. Sein pochender Kopf erinnerte ihn gerade an das Aufeinandertreffen mit der Wand. Unwillkürlich hielt er sich den Hinterkopf und verzog das Gesicht nur für einen Augenblick vor Schmerz.

"Therese... bitte sei vorsichtig. Falls man dich gefangen nehmen sollte, falls man dich verhört oder gar foltert - schütze dich. Dein Leben ist wertvoller als meins."

Mit diesen Worten deutete er an, das Treffen beenden zu wollen. Sie durften sich nicht zu lange gemeinsam in der Öffentlichkeit sehen lassen - auch wenn sie hier im Garten halbwegs geschützt waren. Doch er wartete, ob Therese noch weitere Fragen hatte - für den Moment jedenfalls.

21

Montag, 27. Januar 2020, 07:37

Von Therese Cabarrus

Erschrocken riss Therese die Augen auf als Thierry klar stellte, dass er jederzeit von der Polizei verhaftet werden könnte. Es gab also gar keine Bewährung? Wie hatte sie nur so naiv sein können genau das zu unterstellen. Nur, weil Thierry hier in der Öffentlichkeit herum lief als hätte es nie einen Mord gegeben? Auch wenn es seine Taktik war, genau durch dieses Auftreten die Behörden in die Irre führen zu wollen … <Das kann doch auf Dauer nicht gut gehen! … Ich könnte mich ohrfeigen, dass ich ihn hierher gebeten habe …>

"Aber …aber …das ist doch Wahnsinn! Wie kannst du nur so tun, also ob nichts wäre? … Und was mache ich? … Ich bringe dich auch noch zusätzlich in Gefahr, indem ich dich ausgerechnet in dieses Hotel bitte. … Oh, wie konnte ich nur so dumm sein und annehmen, dass man die Strafe gegen dich tatsächlich auf Bewährung ausgesetzt hat." Therese rang fassungslos nach Atem angesichts ihrer Blauäugigkeit und ihres Vorschlages von eben. Sie hatte wirklich Angst um Thierry und das mochte man ihr durchaus ansehen.

<Natürlich müssen wir geschickter vorgehen, … sehr viel geschickter, … angesichts dieser Umstände> Nickte Therese eher abwesend zu seinen weiteren Worten und Vorschlägen während sich ihre Gedanken überschlugen. Wie sollten sie am besten vorgehen? Wem könnten sie vertrauen und überhaupt? …

"Hast du eigentlich einen sicheren Ort, an den du dich zurück ziehen kannst? … Und wie bleiben wir am besten in Kontakt? … Wo treffen wir uns bei Bedarf?" Einfache Fragen, die womöglich schwer zu beantworten waren wenn man es mit einem vermeintlichen Mörder zu tun hatte. Und sein Plan jemanden mit der Beschaffung zu beauftragen machte es noch viel komplizierter. Jeder Mitwisser war eine Gefahr und würde sie erpressbar machen:

"Und du bist dir ganz sicher, dass man denen trauen kann? … Wer für Geld ALLES tut, der lässt sich grundsätzlich von JEDEM kaufen. …Nein, ich halte es für besser, wenn ich die Informationen beschaffe. Ich finde schon irgendeinen Vorwand um in das Polizeiarchiv zu gelangen" Therese verhehlte ihre Zweifel nicht in Bezug auf potenzielle Mitwisser, da sie selbst so gut wie niemandem vertraute.

20

Donnerstag, 23. Januar 2020, 11:36

Von Thierry Barras

Er atmete erleichtert aus, als Therese wegen der Schwangerschaft nicht ausflippte, sondern im Gegenteil ihr Versprechen wiederholte, ihm zu helfen. Das war mehr, als er zu träumen gewagt hatte - und doch das, worauf er gehofft hatte.
Aber wie sollten sie es am geschicktesten angehen? Die Lüge mit seiner "Bewährung" war schließlich noch in der Welt und er hatte das Gefühl, dass er besser der Polizei nicht in die Arme laufen sollte. Es musste einen geschickteren Weg geben.

Du solltest meine Rückkehr nicht bei der Polizei erwähnen - erstmal. Ich weiß nicht, wie schnell die Behörden mittlerweile kommunizieren. Für die meisten dürfte ich noch ein verurteilter Mörder sein, der bei der ersten Sichtung zu exekutieren ist. Darum muss ich versuchen, mich erst einmal so verdeckt wie möglich zu geben, was öffentliche Institutionen angeht. Im Alltag funktioniert das am besten dadurch, dass ich so offen wie möglich auftrete, weil man das nicht von mir erwarten würde. Aber in eine Polizeistation oder gar zum Polizeiminister zu gehen und zu sagen "Hey, habt ihr die Akte des flüchtigen verurteilten Mörders gerade zur Hand? Ich wollte mir die mal ansehen, der ist nämlich wieder da" - das wäre Wahnsinn. Du würdest dich damit unnötig in Gefahr begeben. Man würde vielleicht sogar versuchen, dir etwas anhängen zu lassen...

Er war wirklich besorgt um ihre Sicherheit. Jetzt war sie nicht bloß ein Schatten der Vergangenheit, sondern ein lebendiger Teil der Gegenwart und seine bisher einzige Verbündete.

"Nein, wir müssen da geschickter vorgehen. Du könntest vorgaukeln, dir einen Eindruck von guter Polizeiarbeit machen zu wollen. Auf diese Schleimereien fallen einfachere Leute gerne mal rein..."
<...vor allem, wenn sie von einer so gutaussehenden Frau wie dir kommen...>
"Oder du gibst vor, durch eigene Recherchen neue Beweise in dem Fall gefunden zu haben oder es zu vermuten. Um der Polizei und der Justiz unnötige Arbeit zu ersparen, möchtest du aber prüfen, ob diese Beweise schon bekannt sind oder die Ermittlungsergebnisse die Beweise ausschließen."

Er wusste, dass die Ideen mit der heißen Nadel gestrickt waren und hatte keine Ahnung, wie gut Therese darin geworden war, ihren Willen durch gute Schauspielerei zu bekommen. Darum wurde er nervöser, als er hätte sein müssen.

"Therese, meine Liebe... Bitte tu nichts, was dich gefährden oder meine Rückkehr bekanntgeben würde. Komm bloß nicht auf die Idee, irgendetwas zu stehlen. Jedenfalls nicht selbst. Allerdings gibt es Leute, die für Geld wirklich alles tun..."

Seine Nervosität wich einem gerissenen Lächeln. Er wusste zwar nicht, wen man beauftragen könnte - aber mit Korruption, Bestechung und unmoralischen Angeboten kannte er sich aus. Das hatte ihm selbst damals ein kleines Vermögen eingebracht - seine Macht in der Politik dem Meistbietenden zu verkaufen. Wusste Therese davon?

19

Donnerstag, 23. Januar 2020, 07:33

Von Therese Cabarrus

Tatsächlich war das zuletzt Gehörte ein Schock, zumal Therese keinerlei Ahnung von der Schwangerschaft gehabt hatte. Naja, Hortense und sie waren alles andere als Freundinnen. Eher das Gegenteil war der Fall und das hatte zwei gute Gründe: Erstens Hortense´s verwandtschaftliche Beziehungen zu den Ex-Kaiserin und zweitens die Tatsache, dass Thierry mit ihr verheiratet gewesen war und er deshalb nie frei für Therese war.

<Und als Dank dafür wollte sie ihm also einen Braten unterschieben? Tzzz, dieses Luder. Geschieht ihr ganz recht, dass man sie … >

Thereses Blick schien kurz ins Ferne zu schweifen, während sie einige Sekunden nur da stand. Nur ihre Nasenflügel bebten leicht und ihre Lippen wirkten zusammengepresst während ihre Hände aber ruhig in denen von Thierry ruhten. Für ihn tat es ihr leid und ihm galt ihr Mitgefühl dafür, dass man ihm so übel mitgespielt hat. Seine Existenz war zerstört worden und im Prinzip auch die eines unschuldigen Ungeborenem, weil vielleicht der skrupelose Vater Angst um den Thron gehabt hatte.

"Das … sind in der Tat schockierende Neuigkeiten, auch für mich. Ich hatte ja keine Ahnung, dass ….SIE …schwanger war.", musste Therese schließlich um ihre Stimme und Fassung ringen und unbewusst drückte sie seine Hände dabei ein wenig fester. Ihr Blick glitt aus der Ferne zurück zu Thierry und sie sah ihm tief und verbunden in die Augen. Und nun? Sollte sie ihn einfach umarmen und küssen? Nein, das kam ihr in diesem Moment falsch vor, stattdessen wechselte sie seine rechte Hand zwischen ihre beiden Hände, zog sanft daran und küsste lediglich seinen Handrücken zum Zeichen ihrer Verbundenheit.

"Du hast viel durch machen müssen. Nun ist es an der Zeit, dass du dein Leben zurück bekommst. Wer auch immer dahinter steckt, … wir werden es heraus finden", bestätigte Therese ihr Versprechen ihm helfen zu wollen und da sie ihn mit ihren Recherchen nicht in noch größere Schwierigkeiten bringen wollte, fragte sie sicherheitshalber erst nach, ehe sie folgenden Plan in Angriff nehmen würde:

"Ich denke es ist kein Problem an deine Akten zu kommen. Der Polizeiminister oder die Kaiserin werden mir sicher die Erlaubnis zur Einsicht geben, vorausgesetzt ich kann einen triftigen Grund nennen. … Ich könnte zum Beispiel sagen, dass ich mir wegen deiner plötzlichen Rückkehr Sorgen um meine eigene Sicherheit mache und ich deshalb gerne mehr Informationen über dich hätte. Wäre das ein guter Plan, oder hatte Thierry vielleicht eine andere Idee … < Oder soll ich die Akten gar unbemerkt entwenden?> Was ja auch eine Option wäre.

18

Mittwoch, 22. Januar 2020, 08:25

Von Thierry Barras

Er genoss den Kuss und alles, was er für ihn ausdrückte. Er hatte ihr Vertrauen zurückgewonnen, da war er sich sicher. Zumindest gab sie ihm die Chance, die ihm bisher verwehrt war.

"Es geht mir weniger darum, was in den Akten steht, sondern darum, was da gerade nicht steht. Fehlblätter, Manipulationen, durchgestrichene Textteile, vielleicht interne Notizen... So etwas in dieser Richtung."

Was er als nächstes sagen würde, kam ihm nur schwer über die Lippen, denn er hatte einen vagen Verdacht, wer dahinter stecken könnte. Den konnte er hier allerdings noch nicht äußern... Doch er hatte eine sehr genaue Idee vom Motiv... Doch das Therese zu erzählen fiel ihm noch schwerer.

"Wer? Keine Ahnung. Aber... es muss jemand gewesen sein, der scharf auf den Thron war. Denn Hortense... du kennst ja ihre Abstammung... naja, sie war... schwanger. Das Kind hätte vielleicht oder vielleicht auch nicht irgendwann Anspruch auf den Thron haben können."

Ob seine verstorbene Frau sein Kind oder das eines anderen in ihrem Bauch getragen hatte, konnte nie abschließend geklärt werden. Deshalb fügte er hastig hinzu, noch ehe Therese antworten konnte:

"Ich habe keine Ahnung, von wem sie schwanger war. Davon habe ich selbst erst kurz vor ihrem Tod erfahren. Wer auch immer dahinter steckt, wollte mich und das Kind aus dem Weg haben, da bin ich mir sicher!"

Es war raus und er war unsicher, was Therese mit dieser Information anfangen würde. Wäre sie eine der Schergen Durocs, würde sie wahrscheinlich Empathie heucheln - oder Empörung. Und war sie keine, würde sie echte Empathie zeigen - oder Empörung. Darum achtete er ganz genau auf jede einzelne Regung, jedes Augenzucken, jeden Blick, jedes bisschen Körperspannung - was auch erklärte, warum er ihre Handgelenke hielt, als er ihr davon erzählte.

17

Mittwoch, 22. Januar 2020, 07:14

Von Therese Cabarrus

Es war Thierry nicht zu verdenken, dass er gerne sein Leben zurück gehabt hätte und er dafür einiges riskierte. < Will er sein früheres Leben inklusive mir und dem was zwischen uns war? Oder will er mich nur benutzen? > So wie viele andere Männer sie schon benutzt hatten, in ihrem Leben, oder es zumindest versucht hatten. Aber Therese hatte mit jeder Enttäuschung dazu gelernt und heute war sie grundsätzlich immer misstrauisch.

Therese konnte nicht anders als Thierry zu misstrauen, was aber nicht hieß, dass sie Thierry nicht helfen wollte. Dazu klangen seine Worte wiederum zu überzeugend, … und wirkte sein Blick zu ehrlich … und schmeckte sein Kuss…. < mmmmmmh ….> zu süß und verlockend …

Für einen Augenblick blendete Therese jeden Gedanken aus und genoss einfach nur die Berührung seiner warmen Lippen. Nein, sie wollte auch nicht das Gefühl haben sie hätte etwas verpasst und dementsprechend schmiegte sie sich an ihn und überließ es ihm, wann der Kuss wieder enden sollte.

Doch alles hatte irgendwann ein Ende, so auch dieser schöne Moment und all die Gedanken, Zweifel, Hoffnungen … all das Misstrauen kamen langsam zurück:

"Nun gut. Ich helfe dir … aber ich warne dich, falls du vor hast irgendein falsches Spiel mit mir zu spielen!", wisperte Therese noch trunken von dem Kuss, sodass ihre "Drohung" vielleicht scherzhafter klang als gemeint. Sanft löste Therese sich von ihm und verstohlen wanderte ihr Blick kurz umher, ehe sie Thierry wieder tief und eindringlich in die Augen blickte: "Also hast du irgendeinen Plan, wie du vorgehen willst? Und glaubst du wirklich, dass der- oder diejenigen, die dich für schuldig erklärt haben, irgendeinen Hinweis in deinen Akten zurück gelassen haben? … Wer könnte überhaupt ein Interesse daran gehabt haben, deine Frau zu töten und dich anschließend als den Mörder hinzustellen?"