Die Frage des Richters (warum sie ihn erwählt hatten und nicht zuerst die Polizei gerufen hatten) hätte Thierry sicher besser beantworten können - das Handy hielt er ja bereits in der Hand. Allerdings schien ihr Freund gerade ein wenig angefressen zu sein, wegen der Erwähnung seines Namens, oder warum war er gegenüber dem Richter so kurz angebunden? Nachvollziehen konnte Therese dies jedenfalls nicht, schließlich hatte ja er unbedingt den Richter einschalten wollen. Naja, nun gab es kein zurück mehr und das war vielleicht auch gut so, wobei die Tatsache, dass Depont ausgerechnet Fouche zum Tatort mit brachte fast schon eine Ironie des Schicksals war.
Nun musste Thierry ausgerechnet dem Polizeichef höchstpersönlich berichten, was ihm sichtlich noch schwerer fiel als vorhin am Telefon mit dem Richter zu sprechen. Wäre der Anlass nicht so ernst, so Therese womöglich belustigt aufgelacht, während sie mit einem Seitenblick zu ihrem Freund mit bekam, wie genervt er von der Fragerei war. Apropos Fragen …
"Zunächt einmal vielen Dank, Richter Depont, dass Sie so schnell hierher gekommen sind … "
mit diesen Worten wandte sich Therese Depont zu, um ihm wahrheitsgemäß zu berichten was sie wusste:
"Nun, … der Maler du Lac wollte eigentlich ein Portrait von mir anfertigen, so wie üblicherweise von jedem Parlamentsmitglied. Dabei übergab er mir ein seltsames Bündel, welches ich … dem Mann geben sollte, dem mein Herz gehört"
Therese stoppte kurz und der flüchtige Seitenblick zu Thierry verriet wohl, von wem sie da gerade sprach, doch weiter …
"In dem Bündel befand sich das Leichentuch von Hortense - der ermordetetn Frau des Senators - und eine Fingerkuppe, die angeblich dem Mörder gehört. Das hat du Lac … alias Marat uns heute erzählt, als wir ihn zufälligerweise im Parlamentgebäude stellen konnten. Anschließend hat er uns die Schlüssel zu seiner Wohnung und dem Keller gegeben und ist einfach verschwunden. … Thierry und ich sind dann hierher, in der Hoffnung noch mehr über Hortenses Tod zu erfahren. … Wir … wir wussten ja nicht was uns erwartet und als wir dann in den Keller gingen, … da fanden wir das blanke Grauen, … weswegen wir Sie angerufen haben. "
Hoffentlich klang das soweit plausibel, denn über Hortenes Tod und was in dem Zusammenhang geschah musste Therese den Richter ja nicht aufklären.