d'Enver ist innerlich erleichtert, dass sie so wenig verstanden hat. Er weiß genug über die herrschende Familie und deren finanzielle Krakenarme in allen möglichen Geschäften. Vor allem deshalb, weil einige Firmen, die sich selbst für zu schlau halten, gewisse Anteile zweimal zu verkaufen gedenken. Es dürfte schwer werden, bei gewissen Geschäftsabwicklungen nun zu bestimmen, welche Anteile ihm und welche der Prinzessin vor ihm gehören sollten. Ob man nun eine offizielle Hinrichtung oder den Besuch einen Totschlägers in der Kita seiner Tochter riskiert, dürfte ähnlich katastrophal für die Geschäftsleute sein, die sich diesen "Trick" haben einfallen lassen. Wichtig für ihn selbst war nur, ob die kaiserliche Familie und ihr Tross den Wirtschaftsinteressen entgegen stehen werden oder nicht. Das Gespräch hat ihn beruhigt, auch wenn ein Widerstand nun auch kein Weltuntergang gewesen wäre. Es gab wahrlich genug Gesellschaften, in denen nicht umgänglicher Adel entmacht wurde, oder wo man ein besseres Regierungssystem einführte.
Dagegen wusste er nur zu gut, dass niemand detailliert über dieses Gespräch berichten würde. Seine Kontakte und Anteile an der Medienwelt waren die Grundlage seines Einflusses. Mehr als eine Randnotiz in der Sonntagszeitung für Schuhputzer würde das nicht werden, egal was die Prinzessin glaubte. Und wenn sie doch einen Weg zur Publizierung finden sollte, so gab es genug Arbeitslose, die qualifiziert als Reporter, Schriftsetzer, Drucker, Programmierer und Techniker neue Stellen bei plötzlich unterbesetzten Magazinen, Blogs, Zeitschriften und Zeitungen finden würden. Das war immer so.
"Gut, gehen wir Euren Weg ein Stück. Ich beuge mich Eurer Weisheit." Menschen waren so naiv, wenn sie auch nur einen Funken Wissen in der Hand hielten, wähnten sie sich im Vorteil und überlegen.
"Sprechen wir über die Kampagne: Zu welchen Zeiten können wir denn mit den Spots beginnen? Habt Ihr spezielle Vorstellungen bei der Kampagnengestaltung?"