"Wollten Sie mir nicht davon erzählen, wie es so ist, eine Zofe zu sein?"
Die Dunkelhaarige wirkte etwas abwesend. Sie hing offensichtlich sehr an ihrer Herrin und erinnerte ihn an eine Helikopter-Mutter... oder vielleicht doch eher an ein Kind, das zum ersten Mal etwas alleine unternimmt und sich immer wieder rückversichern möchte, dass seine Mutter auch wirklich da ist? Nein, beides passte nicht wirklich... aber er spürte, dass da eine besondere Bindung war, egal, was eine Zofe jetzt so macht. Und dieses Band war tiefer als das zwischen seiner Tochter und ihrer Nanny.
Er ging nicht davon aus, dass sie auf seine ernstgemeinte Frage, die er in Smalltalk-Laune stellte, ausschweifend antwortete.
"Lassen Sie Pühdyn ruhig bei mir und schauen Sie nach Ihrer Herrin, wenn Sie das möchten. Ich fürchte nur, ich muss Sie zumindest ein Stück weit begleiten. Nicht nur, weil die Prinzessin das so erbeten hat, sondern weil ich selbst möchte, dass es Ihnen gut geht. Was auch immer Ihnen widerfahren ist - es soll sich heute nicht wiederholen."
Alles Schelmische war plötzlich vergangen. Er wusste von dem Moment, in dem die Prinzessin ihren Tisch verließ, dass die Konversation damit gelaufen war. Doch der Abend war noch lange nicht gelaufen.
Er hatte ohnehin nichts von Relevanz zu tun. Die Party war eine angenehme Ablenkung, die vorherige Begegnung mit Sophie Libelle eine willkommene Einführung. Jetzt war es ihm tatsächlich wichtig, dass die Zofe mit den blitzenden Augen - zumindest während sie in seiner Gegenwart war - sicher sein würde und sich wohlfühlte.
Um seinen Worten Nachdruck zu verleihen, stand er auf und bot ihr - nachdem er seinen Cherry leerte - seine Hand.
"Also...?"