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1

Mittwoch, 15. Januar 2020, 07:27

Die Räumlichkeiten der Duchesse de Bari

Nach der Wiedererlangung ihres "guten Rufes" sowie der großzügigen Adelung fand sich Therese also in jenen Räumlichkeiten ein, die man für sie im Palais vorgesehen hatte. Die Einrichtung entsprach zwar nicht ganz ihrem Geschmack, doch mit Umbaumaßnahmen hielt sich Therese (noch) zurück. Erst einmal wollte sie sich auf ihre Aufgaben konzentrieren, die sie im Sinne der Kaiserin zu erfüllen hatte. Sie wusste schließlich wer die Fäden in der Hand hielt, an denen sie als Marionette baumelte. Eine Marionette zu sein empfand Therese im übrigen nicht weiter tragisch, denn irgendwie waren Alle nur Marionetten.

< … Und mit welchen Marionetten soll ich mich nun als nächstes treffen? ...> erinnerte sich Therese an die Privataudienz mit der Kaiserin als sie genüsslich auf einem bereitstehenden Chaiselongue Platz nahm und entspannt die Beine hoch legte. Genau der richtige Platz zum nachdenken und Handy checken: < … Ach ja, mit dem Seneschall und der Connetable. Bin gespannt, bei welcher Gelegenheit sich ein Gespräch ergibt und an wessen Fäden die beiden so hängen ...>, dachte Therese schmunzelnd so bei sich während sie den - sich langsam füllenden - Terminplan ihres Handys durch wischte.
Therese Cabarrus
Comtesse de Belleville et Duchesse de Bari
Seigneuresse de Château Lafite
Membre de la Convention Nationale

Thierry Barras

Fortgeschrittener

Beiträge: 183

Wohnort: zuvor Balbeq, nunmehr Corinnis

Beruf: Senator

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2

Mittwoch, 15. Januar 2020, 09:44

Ein seltsames Zucken durchfuhr ihn, als er von der Verleihung des Adelstitels an Therese erfuhr. Sie standen sich vor dem Tod seiner Ehefrau sehr nah, was sich jedoch mit einem Schlag änderte. Lange musste er nachdenken, ob er sie wiedersehen wollte. Wie würde sie reagieren? Wusste sie überhaupt, dass er noch lebte?
Doch er musste auch sein Gewissen bereinigen. Wenn er schon für Duroc jemanden in den Konvent bugsieren sollte, wollte er wissen, wie ihre Position war. War sie eine Gespielin Durocs geworden? War sie kaisertreu? Konnte er ihr überhaupt vertrauen?

Also bat er mittels eines sehr kurzen Schreibens um eine Audienz. Seine Hand zitterte bei der Unterschrift merklich.
Senator Thierry Barras
Herr des Palais Feutre
"Vous avais ma curiosité, mais maintenant vous avez mon attention."

3

Mittwoch, 15. Januar 2020, 14:14

Während die Cabarrus so ihre Termine durchblätterte erhielt sie eine E-Mail, signiert von der Kanzlei der Conntable. Es wurde um Rückruf gebeten.
Anielle Saint-Just
Connetable d'Outremer et Gardien de Oriflamme
Comtesse de Plaisance et Duchesse de Mesagne
Seigneuresse de Château Durfort

4

Mittwoch, 15. Januar 2020, 20:40

Während die Cabarrus so ihre Termine durchblätterte erhielt sie eine E-Mail, signiert von der Kanzlei der Conntable. Es wurde um Rückruf gebeten.

Nachdem die ersten beidem Emails direkt im Spam gelandet waren, fiel Therese die Signatur der Connetable ins Auge. Doch gerade als sie die Wähltaste drücken wollte, klopfte es an der Tür und herein trat ein Lakaie, um ihr eine weitere Nachricht, dieses Mal in analoger Form, zu überreichen.


Also bat er mittels eines sehr kurzen Schreibens um eine Audienz.

Neugierig öffnete Therese das Schreiben und beim Überfliegen der Zeilen riss sie zuerst erschrocken die Augen auf, anschließend verfinsterte sich ihre Miene (nach dem ersten Schock) kurzzeitig, um schließlich ins nachdenkliche zu driften. Stammten die Zeilen von einem Toten? Wollte sich jemand einen schlechten Scherz mit ihr erlauben? Oder konnte es tatsächlich sein, dass Thierry noch am Leben war?

Therese schluckte während die Erinnerungen durch ihren Kopf zuckten, die sie mit Thierry verband. Sollte er tatsächlich noch am Leben sein, dann … dann …ja was dann????

"Richten Sie bitte Monsieur Barras aus, dass ich ihn morgen um 18.00 Uhr im Hotel Savoy Truffle erwarte", ließ Therese den Absender des Schreibens - nach kurzer Bedenkzeit - schließlich wissen und schickte den Lakaien mit der Antwort fort. Irgendwie war ihr wohler, wenn das Wiedersehen in der Öffentlichkeit statt fand, nach all dem was vorgefallen war.

Anschließend sammelte sich Therese kurz, trank ein Gläschen Likör um nun zu der oben erwähnten Mail zurück zu kommen. Wieder nahm sie auf der Chaiselongue Platz und wählte die angegbene Nummer:

tüüüüüüüt … tüüüüüüüt … tüüüüüüüt …

Dem Freizeichen lauschend wartete Therese darauf, dass am anderen Ende jemand ab nahm der ihr sagen konnte, warum sie zurück rufen sollte. …
Therese Cabarrus
Comtesse de Belleville et Duchesse de Bari
Seigneuresse de Château Lafite
Membre de la Convention Nationale

5

Mittwoch, 15. Januar 2020, 23:38

tüüüüüüüt … tüüüüüüüt … tüüüüüüüt …


Am anderen Ende der Leitung meldete sich Denise Reubell, Nichte eines ehemaligen Direktors in einer Regierung die längst vergessen war und auch nicht durch besondere Fähigkeiten oder Leistungen aufgefallen war. Trotzdem hatte ihr Onkel ihr diesen Job besorgt obwohl das auch für sie galt. Sie erkannte die Nummer von Terese auf dem Display, die Daten waren natürlich längst übertragen worden.

"Reubell, Vorzimmer der Connetable. Danke für die rasche Rückmeldung, Duchesse. Könnten Sie morgen vormitag um 11 Uhr in den Palais des Tuileries kommen? Sie und die Chef... Connetable werden erst ernannt und könnten dann auch einen erste Besprechung abhalten?"
Anielle Saint-Just
Connetable d'Outremer et Gardien de Oriflamme
Comtesse de Plaisance et Duchesse de Mesagne
Seigneuresse de Château Durfort

6

Donnerstag, 16. Januar 2020, 00:44

Hätte es Therese verwundern sollen, dass man sie direkt mit Namen ansprach? Nein, hätte es nicht, … nicht, nachdem die Kaiserin sie zu dem gemacht hatte, was sie nun war.

"Keine Ursache …", erwiderte Therese auf die belanglosen Floskeln hin gelassen wirkend, während sie gedanklich bereits zu eruieren versuchte, um was es bei dem avisierten Termin konkret gehen sollte:

"Ich werde zur Stelle sein … Richten Sie bitte der Connetable außerdem meine aufrichtigen Glückwünsche für ihre Ernennung aus und sagen sie ihr, dass ich mich außerordentlich freue und geehrt fühle, endlich ihre Bekanntschaft zu machen.", gab sich Therese ganz zuvor kommend und diplomatisch gegenüber jener Person, die an der anderen Leitung saß und deren Namen ihr so gar nichts zu sagen vermochte:

"Gibt es denn konkrete Themen, die ihre Chefin gerne morgen mit mir besprechen möchte, oder soll es nur auf einen ersten unverbindlichen Plausch hinaus laufen, Madame Reubell?", folgte sogleich noch die Frage nach den Details des ersten Treffens und falls jene Person am anderen Ende darauf konkret antworten würde, so wäre es wohl ratsam ihren Namen im Gedächtnis zu behalten.
Therese Cabarrus
Comtesse de Belleville et Duchesse de Bari
Seigneuresse de Château Lafite
Membre de la Convention Nationale

7

Donnerstag, 16. Januar 2020, 10:51

"Als ob sie mir das sagen würde"

bemerkte die Reubell mehr zu sich selbst, führte es dann aber mit den Worten

"Nein, nichts bestimmtes, zumindest weiss ich darüber nichts. Also nichts offizielles mit Agenda und so. Ich trage den Termin dann ein, haben Sie Ihren Zutrittsausweis schon erhalten? Wenn nein, dann werde ich das in die Wege leiten. Können Sie mir in diesem Fall ein biometrisches Passbild schicken? Und vielleicht 15 Minuten früher hier sein? Wegen der Fingerabdrücke und der DNA-Probe?"
Anielle Saint-Just
Connetable d'Outremer et Gardien de Oriflamme
Comtesse de Plaisance et Duchesse de Mesagne
Seigneuresse de Château Durfort

8

Donnerstag, 16. Januar 2020, 12:09

"Verstehe …", nahm Therese nickend zur Kenntnis, dass es keine Agenda gab. Zumindest eine offizielle, was ja nicht heißen musste, dass die Connetable nicht mit einem konkreten Thema um Eck käme. Bliebe also abzuwarten, was der Termin morgen für eine Erkenntnis bringen würde.

"Gut, dann ...ja, tragen Sie bitte den Termin ein und was den Ausweis betrifft … " Therese warf einen Blick auf ihren (noch ungeöffneten) Poststapel, griff nach einem bestimmten Kuvert und fühlte kurz, ob sich darin der besagte Zutrittspass befand: "Ich glaube ja, ich habe hier einen Umschlag mit der Hauspost erhalten … Ansonsten, würde ich Ihnen alle gewünschten Unterlagen morgen, vor dem Termin mit bringen" Biometrisches Passbild, Finger und ein Stückchen von ihr für die DNA Probe … und am besten noch ein großes Blutbild und eine Pipiprobe obendrauf … aber gut, Sicherheit musste eben sein.

"Wenn das alles war, dann wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und bis morgen", verabschiedete ich Therese und wartete aber, falls noch etwas vom anderen Ende der Leitung käme.
Therese Cabarrus
Comtesse de Belleville et Duchesse de Bari
Seigneuresse de Château Lafite
Membre de la Convention Nationale

9

Donnerstag, 16. Januar 2020, 12:29

"Wenn das alles war, dann wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und bis morgen"


Mit den Worten
"Ja das war schon alles, bis morgen, Salu Duchesse."
beendete Mademoiselle Reubell das Gespäch und machte sich erstmal die Fingernägel. Drei Stunden später erhiert die Herzogin von Bari einen Outlooktermin.
Anielle Saint-Just
Connetable d'Outremer et Gardien de Oriflamme
Comtesse de Plaisance et Duchesse de Mesagne
Seigneuresse de Château Durfort

10

Mittwoch, 5. Februar 2020, 22:02

Intermède court

Die Uhr zeigte bereits 23:15 doch für das Bett fühlte sich Therese noch nicht müde genug. Also beschloss sie noch ein paar wichtige Dinge zu erledigen. Im Nachtgewand, mit einer Decke und einem Glas Rotwein, dazu ihr Handy, die Notizen aus ihrem Büro sowie einem Backbuch, machte Therese es sich auf der Couch gemütlich. Kurz nippte sie an dem Weinglas, ließ den süßen Rebensaft einige Sekunden in ihrer Mundhöhle verweilen und schluckte diesen schließlich hinunter, als sie nach den beiden Zetteln griff.

"Oh Gott! Es ist Zahltag" und "Shopping-Abend". Die Handschrift und die verborgenen Botschaften waren Therese wohl bekannt. Thierry wollte sich mit ihr treffen und sofort bekam Therese ein schlechtes Gewissen, da sie bis dato noch keinen Weg gefunden hatte, um an die Polizeiakten heran zu kommen. Von daher war es ganz gut, dass sie sich morgen Mittag bereits treffen würden, um das weitere Vorgehen zu besprechen. Die Zeit drängte und hoffentlich würde Thierry keine Dummheit begehen!

Seufzend griff Therese nach dem Glas und nahm einen weiteren (diesmal tieferen) Schluck aus dem Glas. Nun war das Backbuch an der Reihe und augenblicklich erheiterten sich ihre Gesichtszüge (obwohl das schlechte Gewissen gegenüber Thierry blieb - oder gar noch stärker wurde). <Welchen Kuchen soll ich nur backen?> Diese Frage wirkte fast schon befremdlich, angesichts der Fragen mit denen sie sich sonst beschäftigte, doch es war Therese ein besonderes Anliegen, diesen Kuchen tatsächlich zu backen. Allein schon deshalb, weil das hübsche Gesicht der Connetable ihr einfach nicht mehr aus dem Kopf gehen mochte.

Gedankenverloren strich Therese mit der Hand über ihre Wange, dort wo Anielle ihr ganz spontan und flüchtig einen Kuss zu gehaucht hatte, während sie das Buch durch blätterte. Schließlich fand sie auch das passende Rezept und mit dieser Entscheidung schloss sie mit diesem Tag ab, noch ehe er zu Ende gegangen war.
Therese Cabarrus
Comtesse de Belleville et Duchesse de Bari
Seigneuresse de Château Lafite
Membre de la Convention Nationale

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