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Thierry Barras

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1

Mittwoch, 5. Februar 2020, 15:17

Zwischenstand

Um die Mittagszeit herum schlendert er wie ein eitler Pfau quer über die Rue Qarnaby. Gelegentliche Scherze mit Passanten und Händlern werden hierbei abgelöst von flinken Verstecken in Hauseingängen, Häusern, Ständen und unter den weiten Röcken der Mägde, wenn er zu verdächtige Leute patrouillieren sieht.
Seinem - aus Gründen leider notwendigerweise - wachsamen Auge entgeht nichts.

Allmählich wird er nervös. Hatte sie seine Botschaft verstanden? Konnte sie schon etwas erreichen? Und was wusste sie von dieser Pully-Frau, die er neulich getroffen hatte?
Senator Thierry Barras
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2

Mittwoch, 5. Februar 2020, 21:57

Pünktlich zur vereinbarten Zeit war Therese zur Stelle. Eigentlich ein bisschen zu früh sogar, weshalb sie diese Zeit mit einem Einkauf in einem der Modegeschäfte überbrücken wollte. Mit dem Ergebnis, dass sie am Ende fünf Minuten zu spät an der vereinbarten Stelle war. <Verdammt, Thierry wird doch hoffentlich nicht schon weg sein.>

Still fluchend gab Therese sich die Schuld, während sie mit ein paar Einkaufstüten in den Händen auf und ab ging und versuchte in dem allgemeinen Menschen Gewirr das Gesicht ihres Geliebten (oder Ex ..oder so genau war sie sich gar nicht sicher, wie nun) aus zu machen.
Therese Cabarrus
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Thierry Barras

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3

Mittwoch, 5. Februar 2020, 22:25

<Einkaufstüten? Naja, ich habe ja "Shopping" geschrieben. Selbst schuld, ich hätte ja auch ein anderes Codewort verwenden können...>

Als Therese an ihm vorbeiging - offenbar nach ihm suchend, aber das Offensichtliche übersehend, sprach er sie aus dem Hauseingang, in dem er gerade lehnte, an.

"Wohin des Wegs, schöne Frau?"

Mit seinem charmanten, entwaffnenden Grinsen strahlte er sie an. Er war nicht nur darüber froh, dass sie seine Nachricht verstanden hat - sondern auch darüber, dass sie wirklich kam und nicht von einer Horde von Durocs Mannen verfolgt wurde.
Er nahm ihr die Einkaufstaschen ab <Herrgott, was hat sie denn alles gekauft?> und bot ihr seinen freien Arm zum Einhaken an, ohne ein weiteres Wort zu verlieren.
Senator Thierry Barras
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4

Mittwoch, 5. Februar 2020, 22:41

Plötzlich drang eine wohlbekannte Stimme an ihr Ohr … derart nah, dass Theres es kaum glauben konnte, dass sie Thierry nicht längst erspäht hatte.

"Ich ...ich ...ich war noch schnell einkaufen, Liebster. Ich hoffe du musstest nicht allzu lange auf mich warten"

In Sekundenschnelle versuchte Therese - so unauffällig wie möglich - so zu tun, als hätte sie eben ihren Gatten, Freund, Geliebten (was auch immer) erblickt. Bereitwillig händigte sie Thierry die Einkaufstüten aus und hakte sich vertraut bei ihm unter, sodass sie nun wie ein Pärchen wirken mochten, das einen Schaufensterbummel unternahm.

"Thierry .. ich bin so froh, dass es dir gut geht. … Und es tut mir so leid, dass ich mich noch nicht bei dir gemeldet habe. Aber es gestaltet sich ein bisschen schwieriger, als ich gedacht hatte. … "

begann Therese sogleich (mit gesenkter Stimme und) mit einem Wortschwall zu erklären, weshalb sie noch immer nicht an die Polizeiakten heran gekommen war.
Therese Cabarrus
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5

Mittwoch, 5. Februar 2020, 22:48

Mit einem gekünstelten Lächeln zischte er ihr durch die Zähne zu

"Psst... Nicht hier. Wir gehen gleich in eine etwas dubiose Gegend. Keine Sorge. Man kennt mich dort und wird uns in Ruhe lassen..."

Während er beiläufig fremde Leute grüßte, lotste er Therese in eine Seitenstraße - und dort in ein leerstehendes Haus. Dort war es alles andere als gemütlich. Es war verstaubt, dunkel, beklemmend... und die einzige Sitzgelegenheit waren zwei Holzstühle um einen kleinen Campingtisch, auf dem eine einzelne Kerze stand.

"Es ist nicht das Savoy Truffle oder dein feines Büro, aber es ist erreichbar und vor allem definitiv nicht verwanzt. Naja... nicht elektronisch..."

...kommentierte er ein vorbeikrabbelndes Insekt.

"...und darum perfekt, wenn man in Stadtnähe sein möchte."

Als könne er die beklemmende Umgebung damit einfach beiseite schieben, goss er in zwei - etwas schmutzige - Gläser Wein ein. Einen billigen Fusel, so sollte man anhand der Flasche meinen, doch war dies nur Tarnung. Er hätte sich niemals mit billigem Fusel abgegeben und einen besonders edlen Tropfen mühevoll umgefüllt, damit er kein Aufsehen in dieser Umgebung erregte.
Mit einem Lächeln reichte er seiner alten Geliebten und einzigen Vertrauensperson eines der Gläser und hob seines zum Anstoßen.

"Gut siehst du aus! Es scheint bei dir alles ziemlich gut zu laufen, n'est-ce pas?"

Er stellte diese Frage nicht ganz ohne Hintergedanken, hatte er doch mitbekommen, mit welchen hochrangigen Leuten Therese Kontakt hatte.
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6

Mittwoch, 5. Februar 2020, 23:12

Therese verstummte augenblicklich und blickte Thierry nur verwundert an, während er sie zielsicher in ein Gebäude dirigierte, welches sie alleine niemals freiwillig betreten hätte. Aber in Gegenwart Thierry´s fühlte sie sich sicher und dieses sichere Gefühl wiederum stärkte das Vertrauen in ihn. Gleichzeitig wuchs aber das schlechte Gewissen, dass sie im Grunde noch nichts erreicht hatte und das, obwohl sie bereits viel Zeit mit vielen einflussreichen Personen verbracht hatte.

Thierry war das augenscheinlich nicht verborgen geblieben, wie seine abschließende Frage unschwer erkennen ließ und auch die übrigen Bemerkungen, über das Haus und deren sechsbeinigen Bewohner, wirkten weitaus vorwurfsvoller, als er es womöglich gemeint hatte.

"Ja …es läuft. Aber nicht so wie ich es mir erhofft hatte. "

Seufzend nahm Therese das Glas entgegen ohne darauf zu achten, was genau Thierry ihr da eingeschenkt hatte. Erst nachdem sie davon gekostet hatte, wusste sie, dass es kein billiger Fusel war.

"Ach, ich dachte es wäre so einfach die Kaiserin oder den Seneschall nach einer Erlaubnis zu fragen, aber so einfach ist es leider nicht. Überall schwirren irgendwelche Beamte und Abgeordnete herum, die nur darauf warten wegen einer Ungereimtheit unangenehme Fragen zu stellen. Ich …ich muss mir irgend etwas ausdenken, um unauffällig in das Polizeiarchiv zu gelangen."

Laut nachdenkend teilte Therese die Probleme mit, mit denen sie gerade kämpfte und diese Probleme beschäftigten sie gerade so sehr, dass sie sich noch nicht einmal Zeit fand, um sich nach dem Befinden ihres Geliebten zu erkunden.
Therese Cabarrus
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7

Mittwoch, 5. Februar 2020, 23:17

Sein Lächeln blieb auf dem Mund bestehen, aber die Augen bestätigten es nicht mehr so wie vorher.

"Ich habe dir gesagt, dass es schwierig werden würde. Und du passt auf dich auf. Das ist immerhin etwas.... Wie schätzt du den Einfluss des Kardinals ein?"

Ehe er ihr von der Begegnung mit der Pully erzählen wollte, musste er wissen, ob er seine Energie nicht vergeudet hatte - und das Risiko mit der Nachricht für sie über Jussac nicht umsonst auf sich genommen hatte.
Er trank einen Schluck Wein, während er über den Rand des Glases stets ein Auge auf die Person hatte, in die er sein ganzes Vertrauen setzen musste - mangels Alternativen, aber auch wegen der gemeinsamen Vergangenheit...
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8

Mittwoch, 5. Februar 2020, 23:28

Oh nein. Therese blickte in Thierry´s Augen und die Enttäuschung, die sie darin zu sehen glaubte, schmerzte fast noch mehr wie die Erinnerung an die Beichte beim Erzbischof. Bildete sie sich das ein, oder wusste Thierry bereits von dem Treffen? Oder warum fragte er sie als Erstes ausgerechnet nach dem Kardinal.

" Der Kardinal? …"

Therese blinzelte leicht verwirrt bei dem Versuch zu ergründen, weshalb Thierry ihr diese Frage gestellt hatte.

"Er ist sehr einflussreich und mit Vorsicht zu genießen. … weshalb fragst du?"

teilte Therese ihre Einschätzung mit, ohne genau zu wissen worauf Thierry hinaus wollte.
Therese Cabarrus
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9

Mittwoch, 5. Februar 2020, 23:33

<"Sehr einflussreich" ist genau der Grad, den ich mir erhofft hatte.>

Er ließ Therese ein wenig zappeln und beantwortete ihre Frage nicht sofort. Stattdessen schwenkte er sein Weinglas ein wenig umher, als wäre er auf der Suche nach den richtigen Worten, die er schon längst gefunden hatte. Aber er wusste um die Wirkung einer gezielt gesetzten Pause - etwas, was Therese schon früher manchmal fast zur Weißglut brachte, ehe er einen Knaller zündete, mit dem sie nicht gerechnet hatte.

"Ach, nur so. Ich habe seiner Geliebten das Leben gerettet. Nette Frau, nur ein wenig undankbar."

Dies erwähnte er geradezu beiläufig. Dass er vielleicht auch dafür mit verantwortlich war, dass sie in eine bedrohliche Situation geriet - das würde ein weiteres seiner kleinen Geheimnisse sein.

"Hat dieser fette Nichtsnutz Jussac dir auch meinen anderen Brief überbracht?"
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10

Donnerstag, 6. Februar 2020, 00:02

Am liebsten hätte Therese ihm eine Kopfnuss gegeben, während er sich scheinbar in aller Seelenruhe mit dem Schwenken seines Weines beschäftigte, anstatt ihr sofort einen Antwort zu geben. Diese Hinhaltetaktik - mit der er sie bereits früher regelmäßig zur Weißglut gebracht hatte - beherrschte Thierry immer noch par excellence und das Schlimmste daran war, dass es Therese sogar gefiel, wenn er sie ab und zu so zappeln ließ. <Aber nicht jetzt und hier ...verdammt noch mal>

"Ach, du hast seiner Geliebten das Leben gerettet? … Interessant."

Augenblicklich fiel es Therese wie Schuppen von den Augen, weshalb die Pully unlängst bei ihr aufgetaucht war. Nun machte alles einen Sinn - oder auch nicht, denn das konnte doch nicht nur ein Zufall sein.

" Und wieso undankbar? Hat sie sich etwa geweigert auf deinen unwiderstehlichen Charme herein zu fallen? "

Diese Sticheleien gehörten zum guten Umgangston aus vergangenen Tagen, sodass Therese ungewollt fast schon eifersüchtig wirkte. Und das nicht ohne Grund, schließlich hatte sie die Pully ja bereits höchstpersönlich kennen gelernt und auch einiges von ihr erfahren. Dieses Wissen teilte Therese allerdings noch nicht mit, da sie erst noch in Erfahrung bringen wollte, was es mit der zweiten Nachricht auf sich hatte.

"Ja ...auch Jussac war bei mir und hat mir wortlos deinen Zettel auf den Schreibtisch gelegt. Ein komischer Kauz, der kaum ein Wort spricht aber regelmäßig wie aus dem Nichts erscheint. Wie kommt es, dass ausgerechnet er die Botendienste für dich erledigt?"

dass die Pully zu dem Zeitpunkt bei ihr war, verschwieg Therese vorerst, ohne Thierry damit schaden zu wollen.
Therese Cabarrus
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11

Donnerstag, 6. Februar 2020, 00:46

"Auf meinen Charme "hereingefallen"? Ich bitte dich. Das widerspricht sich doch. Allerdings habe ich auch meinen Stolz - und ich weiß, wessen schmutzige Finger kurz zuvor an ihr waren. Es gibt Schmutz am Körper, den selbst intensivstes Baden und Schrubben nicht abbekommt."

Ihm gefiel diese gespielte Eifersüchtelei schon immer. Es fühlte sich genau so an wie früher. Wirklich jede kleine Nuance funktionierte wie in einem perfekt eingespielten Team. Und doch...

"Jussac hatte genau einen Botendienst übernommen, weil er mir noch einen Gefallen schuldete. Aber so langsam müsste ich damit aufhören, Gefälligkeiten einzufordern. Vielleicht brauche ich sie demnächst noch mehr als vorher... Und so plump er auch sein mag - er ist nicht dumm. Er wird sich nicht dem Risiko aussetzen, als "Der Bote des Mörders" in die Geschichte Outremers einzugehen und neben mir am Galgen zu hängen. Ehrlich gesagt - ich könnte mir da auch angenehmere Gesellschaft vorstellen."

Und wieder kam dieses leicht süffisante Grinsen, das seinen Galgenhumor unterstrich, bevor er wieder ernst wurde.

"Du wirst wohl demnächst Besuch von der Pully bekommen. Natürlich weißt du durch meine Nachricht, dass sie Geld will. Sie hat keine Ahnung, wer hier worüber genau bestimmen kann. Aber wer sich mit ihr gut stellt, der stellt sich mit dem Kardinal gut."

Therese schien etwas verwirrt drein zu blicken. Er überlegte, ob sie das dachte, wovon er ausging, und sagte ins Blaue hinein:

"Sie weiß nicht, wer ich bin. Sie kennt nicht meinen Namen und würde mein Gesicht nicht wiedererkennen."
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12

Freitag, 7. Februar 2020, 11:08

<Die Pully würde sein Gesicht nicht wieder erkennen? Ausgerechnet seins?> Das klang in Therese´s Ohren ziemlich unwahrscheinlich. Thierry stach durchaus aus der Masse der Männer hervor, mit seinem Aussehen und seiner Art mit Frauen umzugehen. Zumindest auf Therese hatte er diese Wirkung sie konnte beim besten Willen nicht glauben, dass so ein Mann der Pully nicht auch im Gedächtnis bleiben würde.

"So so, sie würde also dein Gesicht nicht wiedererkennen? … Wieso? Hast du etwa eine Maske getragen als du sie gerettet hast? … T-Man, der maskierte Beschützer der Witwen und Waisen … und der schönen und hilflosen Frauen …. tssss"

Thierry´s süffisantes Lächeln und sein Galgenhumor waren wohl das Zünglein, weshalb Therese immer trotziger, eifersüchtiger und schmollender reagierte, obgleich es dazu wohl weder einen Grund noch eine Berechtigung gab. Er war ihr schließlich keine Rechenschaft schuldig, das war er och nie, da ihre Beziehung niemals auf Treue und Zukunft aufgebaut worden war.

Therese´s Blick ruhte eine Sekunde missmutig auf einer Kakerlake, die seelenruhig am Rand des Tisches entlang krabbelte und anschließend kopfüber das Tischbein hinab. Dann nahm sie einen weiteren Schluck und sah Thierry grimmig an, obwohl sie im Grunde gar nicht auf ihn böse war:

"Deine Pully war im übrigen schon bei mir und hat das mit dem Geld angedeutet. Als Dank dafür, dass DU SIE gerettet hast. Ich würde so etwas Erpressung nennen und ich glaube sie hat auch verstanden, dass sie damit bei mir nicht durch kommen wird. Ob sie sich allerdings auf einen Handel einlässt, kann ich nach diesem einen Gespräch mit ihr noch nicht beurteilen. … Aber was den Kardinal betrifft habe ich ohnehin schon einen Plan, um ihn zu ködern. Alles was ich dafür brauche ist eine echte Reliquie oder Eine, deren Expertise sie zu einer echten macht."

Das Gesagte erklärte womöglich, über wen sich Therese eigentlich so ärgerte und nachdem das heraus war, wirkte schon wieder ein wenig zugänglicher:

"Nur wird uns der Kardinal in deiner Angelegenheit nicht recht weiter helfen können, außer ich bitte ihn um Kirchenasyl für dich. …. Ach Thierry, … vielleicht sollten wir doch in Erwägung ziehen, jemanden mit der Beschaffung der Informationen zu beauftragen. …Vielleicht ein Computerexperte, der sich in das Polizeiarchiv hacken kann ….aber leider kenne ich niemandne mit solchen Fähigkeiten."

Wobei das mit dem Asyl vielleicht sogar eine Option wäre, doch würde das nicht das Urteil aufheben. Dafür müssten sie schon einen Beweis für seine Unschuld finden. Nur welchen? Und wo? Und wer könnte dabei helfen? Mit einem tiefen Seufzer leerte Therese ihr Glas, starrte kurz resigniert hinein und blickte dann wieder zu Thierry. Dieses Mal nicht grimmig, sondern eher nachdenklich und etwas hilflos da sie ihm bis dato noch keine große Hilfe gewesen ist.
Therese Cabarrus
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13

Samstag, 8. Februar 2020, 20:24

Er musste schmunzeln. Therese konnte sich offenbar beim besten Willen nicht vorstellen, wie wandlungsfähig er sein könnte. Kein Wunder - für sie putzte er sich stets heraus. Er wusste um sein gutes Aussehen und war stets darauf bedacht, aus diesem die optimale Wirkung zu erzielen. Darum war es ihm auch sehr wichtig, in allen seinen Unterkünften saubere und gut beleuchtete Spiegel zu haben.

"Manche Superhelden brauchen keine Masken oder Capes, sondern bloß schmutzige Kleidung, eine tief ins Gesicht gezogene Mütze und sehr viel Dreck im Gesicht. Ein bisschen Theaterschminke für Narben und Blut et voilà - das kleine Naivchen erkennt einen berüchtigten Verurteilten nicht, auch wenn er mit ihr auf Tuchfühlung gehen sollte."

Er liebte auch das Verwirrspiel. Hatte er eben noch gesagt, dass er die Pully niemals anfassen würde, meinte er nun, er hätte es vielleicht doch getan. Natürlich war das kein Zufall - diese Art von Gesprächen waren für ihn und Therese früher gelegentlich eine Art Vorspiel gewesen. Und er spürte deutlich, wie sehr er sie begehrte...
Bis sie sagte, was die Pully wollte.

"Excusez-moi, Madame - es klang gerade so, als wollte die Pully dafür bezahlt werden, dass sie noch lebt? Entweder ist sie noch dümmer als sie wirkt - oder genau das Gegenteil ist der Fall. Das war ganz und gar nicht unser Deal."

Er strich sich über den Bart und blickte Therese abschätzend ab. Dachte sie wirklich, dass er so einen schäbigen Handel getrieben hätte? Dass er - obwohl sein einziges Ziel die Freiheit und das Loslösen vom Tyrann Duroc war - seine Spielchen mit ihr trieb? Doch ehe er seine Gedanken sortieren konnte, erzählte sie ihm vom Kardinal und ihren erfolglosen Bemühungen. Sie schien ein extrem schlechtes Gewissen zu haben.

Er ging schnell im Kopf seine Optionen durch.
Option 1: Beschwichtigen und gut zureden. Sie gab bestimmt alles und würde nicht ruhen, ehe sie ihm zu seiner Freiheit verholfen hätte.
Option 2: Druck ausüben mit dem Risiko, dass er damit die Person vergraulen könnte, die er gerade am liebsten in einer ganz anderen Position und mit deutlich weniger Kleidung sähe.
Option 3: Weitere Alternativen vorschlagen und ausarbeiten - die Connetable, der Seneschall, die Kaiserin... erwähnen, dass er eine Audienz bei der Kaiserin hatte, die nicht gerade erfolgreich war... Überlegen, ob die Princess du Sang eine Option wäre...

"Lass uns... tanzen."

Er stand auf, lächelte sie an, legte auf einem uralten Schallplattenspieler einen Walzer auf, verneigte sich vor ihr und reichte ihr die Hand.
Senator Thierry Barras
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14

Samstag, 8. Februar 2020, 23:00

Seufzend rieb sich Therese die Schläfen, denn so langsam bekam sie Kopfschmerzen. Nicht vom Wein, sondern wegen der Pully und ihrem dubiosen Handel mit Thierry, in dem nun sie ungewollt mit hinein gezogen worden war. Therese wusste ja, dass Thierry ihr damit nur hatte helfen wollen, aber ihrer Meinung nach hatte sich dadurch die Sache mit dem Kardinal nur verkompliziert. Und nun wurde es noch komplizierter:

Zitat

... es klang gerade so, als wollte die Pully dafür bezahlt werden, dass sie noch lebt? Entweder ist sie noch dümmer als sie wirkt - oder genau das Gegenteil ist der Fall. Das war ganz und gar nicht unser Deal.

Therese schüttelte den Kopf und seufzte erneut, denn das hatte sie mit "erpressen" so nicht gemeint:

"Du hast mich falsch verstanden. ..Ich wollte damit nur sagen, dass ich es sehr seltsam finde wie die Pully sich verhält und das sie offenbar einen Vorteil für sich heraus schlagen will. ... Also bitte! Wenn mein Retter mich um eine kleine Gefälligkeit bitten würde - vorausgesetzt natürlich es ist nichts unverschämtes oder unmögliches - dann würde mir persönlich nie im Traum einfallen dafür wiederum eine Gegenleistung zu fordern."

<Hab ich mich jetzt klarer ausgedrückt, oder reden wir heute nur aneinander vorbei? ... Hat? er mir überhaupt zu gehört? Was macht er denn jetzt, ... Das glaub ich jetzt nicht.>
Tanzen! Als hätte Thierry das alles so für sie vorbereitet ... Ein guter Wein, dazu ein Plattenspieler ...Musik! ... Das Ambiente war zwar nicht ganz so prickelnd, aber wie könnte sie dem Ganzen widerstehen?

Wortlos legte Therese ihre rechte Hand in seine Linke, um sich von ihm in die Ausgangsposition ziehen zu lassen. Wie gut das tat, ihm wieder einmal so nah zu sein (nach all den Jahren). Im Walzerschritt, mehr wiegend als tanzend, nicht zum ersten Mal waren sie so vereint. Erinnerungen an früher wurden wach. An die gemeinsame Zeit, die so wunderbar leicht im Vergleich zu heute erschien und doch fühlte es sich heute genauso schön an wie damals. Therese entspannte sich augenblicklich und sie genoss einfach nur die Zweisamkeit, als gäbe es kein heute und kein morgen mehr.

"Weißt du noch? Wie wir damals oft getanzt haben? So wie jetzt, bei einem Glas Wein, wir beide ganz allein? ... "

Flüsternd und mit geschlossenen Augen teilte Therese mit, woran sie gerade dachte, wohlwissend, dass es damals meist nicht beim tanzen und Wein trinken allein geblieben war.
Therese Cabarrus
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15

Samstag, 8. Februar 2020, 23:10

Wie er es genoss, Therese wieder so nah zu sein, ihren Duft aufzusaugen und für einen Moment die Welt um sie herum ausblenden zu können... Sie konnten tanzen, keine Frage. Hätte er nicht wegen seiner Frau eine gewisse Fassade aufrecht erhalten müssen, hätten sie bei diversen Bällen allen problemlos die Schau gestohlen. Wie ein gut eingespieltes Team, eine gut geölte Maschinerie, als wären nicht Jahre seit ihrem letzten Tanz vergangen, bewegten sie sich im Takt. Denn jetzt war nicht die Zeit dafür, allen die Schau zu stehlen.

Mit seinem Mund an ihrem Ohr flüsterte er...

"Wie könnte ich das je vergessen?"

...und nutzte die Gelegenheit, um ihr sanft am Ohrläppchen zu knabbern. Meist kitzelte sie das, aber er weiß auch, dass sie es sehr genoss - ebenso wie die Küsse am Hals, die dem Knabbern nun folgten. Er schaute sie verschmitzt an - ihre Augen waren verschlossen, sie ließ sich fast so fallen wie früher - fast, denn man merkte ihr an, dass sie beiweitem nicht so unbeschwert war wie damals. Aber er wusste genau, wie er auch die letzten sorgenvollen Gedanken zumindest zeitweise aus ihr vertreiben konnte - und er freute sich diebisch darauf, während seine Hand von der Hüfte ab langsam abwärts wanderte.
Senator Thierry Barras
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16

Sonntag, 9. Februar 2020, 14:09

Was wäre wohl aus ihnen geworden, wenn die Geschichte einen anderen Verlauf genommen hätte? Wenn es den Mord an seiner Frau nicht gegeben hätte und man ihn nicht als Mörder verurteilt hätte? … Wenn Therese nicht an Tallien´s Seite geblieben wäre, oder wenn ihr Lebensstil ein anderer gewesen wäre, der ihr den zweifelhaften Ruf als "Königin des Direktoriums" eingebracht hatte? Ja, was wäre erst aus ihnen geworden, wenn nicht einst der Umsturz das gesamt Land erschüttert hätte?

<Wären wir gar ein Paar geworden?> Vielleicht. Mit Sicherheit hätte es aber kein Wiedersehen gegeben und würden sie heute nicht hier zusammen stehen. Dieser wundervolle Augenblick, tanzend und verbunden in inniger Zweisamkeit. Die Geschichte könnten sie ohne hin nicht ändern, aber dafür konnten sie nun diesen schönen Moment als Geschenk annehmen und ihn genießen.

Leise kichernd drehte Therese den Kopf ein wenig zur Seite, als Thierry an ihrem Ohrläppchen spielte und seine Lippen ihren Hals mit Küssen bedeckten. Sein warmer Atem und seine tastende Hand ließen sie augenblicklich frösteln. Bei Thierry brauchte Therese sich nicht zu verstellen, bei ihm waren ihre Gefühle echt und beide wussten worauf es zwangsläufig hinaus laufen würde, wenn nicht irgendwer oder irgendetwas ihrem "Treiben" Einhalt gebieten würde.

"Du bist verrückt! … Nicht hier! … Was, wenn plötzlich jemand kommt?"

Therese zierte sich gespielt und ihr Körper spannte sich ein wenig unter seinen Liebkosungen. Allein die Art wie sie es sagte (und wie sie sich leise keuchend an ihm rieb) entlarvte sie sofort. Im Grunde wollte sie seine Hände genau dort spüren wohin es ihn gerade zog. <Egal ob wer kommt oder ob gleich das Haus einstürzt ...Küss mich!>, dachte Therese während sie Thierry tief in die Augen blickte und ihre Lippen unaufhaltsam den Seinen entgegen strebten.
Therese Cabarrus
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17

Dienstag, 11. Februar 2020, 13:21

Mit einem leisen Grinsen hauchte er noch ein
"Dann bekommt derjenige eine ordentliche Show geboten...", ehe er seine Lippen auf ihre setzte und sie voller Leidenschaft und Verlangen küsste. So lange hatte er - trotz wechselnder internationaler Gelegenheitsgesellschaften - sich nach ihr gesehnt, nach ihrem Duft, ihren Lauten, ihrem Geschmack...

Und wer wusste, wie oft sie beiden diese Gelegenheit noch bekommen würden? Es konnte gut sein, dass er schon morgen von Durocs Truppen aufgegriffen und an Ort und Stelle exekutiert werden würde. Umso mehr ärgerte er sich darüber, nur diese lausige Bude zur Verfügung zu haben, die immerhin eine halbwegs ansehnliche, antike Couch im Nebenzimmer bot, in das er Therese manövrierte, während er ihr mit geschickten Fingern aus dem Kleid half.

Natürlich war er ein wenig enttäuscht darüber, dass sie beide überhaut keine Fortschritte in seinem Fall machen konnten. Doch sie lebten beide noch und hatten Zeit füreinander, war das nicht viel mehr wert?
Senator Thierry Barras
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18

Freitag, 14. Februar 2020, 08:05

"Eine Show? … Wohl eher ein Quickie, hm? … Na dann los. Gib mir was ich brauche!" < Nur hoffentlich hält das der Tisch aus!>

Mehr bekam Therese nicht mehr über die Lippen. Was hätte sie auch noch großartig sagen sollen? Zu übermächtig war das Verlangen und der Wunsch, die Erinnerungen und die Leidenschaft von damals wieder aufleben zu lassen. Einzig der Gedanke, dass Thierry erwägen könnte sie gleich hier, auf dem wackeligen Campingtisch zu nehmen bereitete ihr kurzzeitig Sorgen, da sie ja nichts von der passenden Liebesstatt im Nebenzimmer wusste.

Als hätte er es geplant gehabt! Mit sanfter Bestimmtheit dirigierte Thierry sie zu der Couch und noch ehe sie dort angelangt waren, hatten seine Hände sie bereits größtenteils entblättert. Aber auch Therese blieb nicht untätig, vielmehr hatten ihre Finger schon den Gürtel seiner Hose gelöst und beinahe hätte sie sämtliche Knöpfe seines Hemdes abgerissen, bei dem Versuch seine Brust frei zu legen. Lediglich ihre hochgeschnürte Corsage würde seinen flinken Fingern etwas länger wieder stehen vorausgesetzt natürlich, dass Thierry sich überhaupt die Zeit dafür nähme sie vollständig zu entkleiden.

Danach sah es allerdings nicht aus, denn schon fand sich Therese rücklings auf die Couch nieder gedrückt und spürte sie, wie Thierry zwischen ihre Beine an ihren Schoß drängte. Heute würden sie sich nicht lange mit dem Vor- und Nachspiel aufhalten und fast könnte man meinen, sie beide wollten einen neuen Geschwindigkeitsrekord beim Liebe machen aufstellen. Gut möglich, doch nach so langer Zeit der Trennung von Thierry war das Verlangen nach ihm in Therese derart groß, dass sie es kaum erwarten konnte mit ihm vereint zu sein und gemeinsam den Höhepunkt ihres Liebesspiels zu genießen.
Therese Cabarrus
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19

Freitag, 14. Februar 2020, 11:39

<Ein Quickie? Nicht, wenn es nach mir geht. Ich habe Zeit.>

Die weiteren Details mögen an dieser Stelle der Fantasie des geneigten Lesers überlassen werden - auch so Detailfragen wie die der Dauer und der Intensität des "Wiedervereinigung". Die Couch war relativ robust und hielt dem Ansturm daher stand, auch wenn sie zeitweise gehörig knarzte.

Als es vorüber war, lehnte Thierry sich an und führte Thereses Kopf an seine Brust. Das volle, weiche, schwarze, nun sehr durchwuschelte Haar kraulend, sehnte er sich nach einer Zigarette. Die war leider nicht in Reichweite - und er war nicht gewillt, jetzt aufzustehen. Er wollte den Moment genießen. Wer wusste, wie viele dieser Momente er noch würde erleben dürfen...

"Du bist... noch ein bisschen beweglicher geworden."...stellte er atemlos und beeindruckt fest.
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20

Sonntag, 16. Februar 2020, 01:34

Erschöpft lehnte Therese den Kopf an Thierrys Brust, befriedigt und seine kraulenden Finger in ihrem Haar genießend. Die Verbindung mit ihm war immer schon eine ganz besondere gewesen, so auch heute und hier, obgleich es sich ganz anders als damals anfühlte. Natürlich mochte das an dem Ort liegen und schließlich hatten sie es ja nicht geplant, aber daran könnte sich Therese durchaus gewöhnen, zumal es ihr sehr gefallen hatte mit welcher Leidenschaft Thierry sie soeben genommen hatte.

Es war vielmehr als nur ein Quickie und dennoch nicht vergleichbar mit jenen Nächten, die sie schon miteinander verbracht hatten und allein schon deshalb klang das vermeintliche Kompliment an ihre "Beweglichkeit" fast schon provozierend wie scherzhaft zugleich:

"Wow, du weißt immer noch, mit welchen Komplimenten du mich willig machen kannst."

Hauchte Therese leise und beschwingt glucksend an seine Brust, die sie sogleich mit einem zärtlichen Kuss bedachte. So ein Kompliment konnte wirklich nur Thierry so authentisch rüber bringen, dass sie es ihm selbiges nicht übel nahm. <Nach all den Jahren fällt ihm gerade dies an mir auf?!>:

"Allerdings kann ich das von Deiner Ausdauer nicht gerade behaupten. Früher hast du mich ganze Nächte lang so ran genommen wie heute und hier. Was ich aber verstehen kann, angesichts Deiner misslichen Lage. Ich hoffe nur du weißt, dass du dich voll und ganz auf mich verlassen kannst und ich alles, in meiner Macht stehende, tun werde um Dir zu helfen. … Wenn es sein muss auch mit Hilfe jener Leute, die du letztens erwähnt hattest."

Verspielt stichelnd mochten ihre Worte klingen, doch ebenso deutlich war ihre Botschaft dahinter zu erkennen Therese würde zu Thierry halten, egal was kommen würde und um dies zu besiegeln, schmiegte sie sich vertrauensvoll schnurrend an ihn an.
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