Seufzend rieb sich Therese die Schläfen, denn so langsam bekam sie Kopfschmerzen. Nicht vom Wein, sondern wegen der Pully und ihrem dubiosen Handel mit Thierry, in dem nun sie ungewollt mit hinein gezogen worden war. Therese wusste ja, dass Thierry ihr damit nur hatte helfen wollen, aber ihrer Meinung nach hatte sich dadurch die Sache mit dem Kardinal nur verkompliziert. Und nun wurde es noch komplizierter:
... es klang gerade so, als wollte die Pully dafür bezahlt werden, dass sie noch lebt? Entweder ist sie noch dümmer als sie wirkt - oder genau das Gegenteil ist der Fall. Das war ganz und gar nicht unser Deal.
Therese schüttelte den Kopf und seufzte erneut, denn das hatte sie mit "erpressen" so nicht gemeint:
"Du hast mich falsch verstanden. ..Ich wollte damit nur sagen, dass ich es sehr seltsam finde wie die Pully sich verhält und das sie offenbar einen Vorteil für sich heraus schlagen will. ... Also bitte! Wenn mein Retter mich um eine kleine Gefälligkeit bitten würde - vorausgesetzt natürlich es ist nichts unverschämtes oder unmögliches - dann würde mir persönlich nie im Traum einfallen dafür wiederum eine Gegenleistung zu fordern."
<Hab ich mich jetzt klarer ausgedrückt, oder reden wir heute nur aneinander vorbei? ... Hat? er mir überhaupt zu gehört? Was macht er denn jetzt, ... Das glaub ich jetzt nicht.>
Tanzen! Als hätte Thierry das alles so für sie vorbereitet ... Ein guter Wein, dazu ein Plattenspieler ...Musik! ... Das Ambiente war zwar nicht ganz so prickelnd, aber wie könnte sie dem Ganzen widerstehen?
Wortlos legte Therese ihre rechte Hand in seine Linke, um sich von ihm in die Ausgangsposition ziehen zu lassen. Wie gut das tat, ihm wieder einmal so nah zu sein (nach all den Jahren). Im Walzerschritt, mehr wiegend als tanzend, nicht zum ersten Mal waren sie so vereint. Erinnerungen an früher wurden wach. An die gemeinsame Zeit, die so wunderbar leicht im Vergleich zu heute erschien und doch fühlte es sich heute genauso schön an wie damals. Therese entspannte sich augenblicklich und sie genoss einfach nur die Zweisamkeit, als gäbe es kein heute und kein morgen mehr.
"Weißt du noch? Wie wir damals oft getanzt haben? So wie jetzt, bei einem Glas Wein, wir beide ganz allein? ... "
Flüsternd und mit geschlossenen Augen teilte Therese mit, woran sie gerade dachte, wohlwissend, dass es damals meist nicht beim tanzen und Wein trinken allein geblieben war.