Leonor griff zum Telefon und machte sich bequem in einem Ohrensessel mit einem sanften Blümchenmuster. Sie liebte ihre Einrichtung, die nicht so protzig wirkte und doch die Leichtigkeit des Seins besaß. Also Cedric anrufen. Ist er noch überhaupt noch in der Hauptstadt? Leonor erinnerte sich all zu gut an den schweigsamen Jungen mit dem begeisterten Blick, welchen er immer wieder auf sie warf. Es war eine phantastische Zeit, denn man konnte aus dem Palast nur, weil Cedric ihr Begleiter war. Lreonor nutzte es aus und verbrachte mit ihm mehr Zeit als es notwendig war. Er verteidigte sie, er kümmerte sich um sie, nur damit Leonor nicht stolperte, nicht ihr Kleid zerriß, nicht vom Polizisten erwischt wurde. Cedric, ihr strahlender Ritter. Leonor ertappte sich, dass sie lächelte.
"Wenn ich einen Bruder hätte, hätte ich ihn genauso wie Cedric gewollt. Nun gut, ich soll ihn anrufen. Onkel Fouche wird mir nicht verzeihen, wenn ich mein Wort breche. Ich kann mein Bein brechen, mein Kleid zerreißen, in die Grube mit Fekalien ertrinken, doch mein Wort darf ich nicht brechen. Ich habe mich immer und immer wieder gefragt, warum Onkel Fouche die Grube mit Fekalien ständig nannte, vielleicht war das nicht ohne einen Hintergedanken oder eine herzenzerreißende Love-Story!
"
Leonor wählte die Nummer und wartete ab, bis eine männliche Stimme ihr antwortete."
Ich bin es, die Löwin von Guyenne, ich hoffe, ich bin noch in Deinem Adressbuch. "
Leonor wußte nicht, was sie sagen sollte, nur gelgentliche Anrufe, ein paar Mails, ist er ihr noch ein Freund? Fouche sagt ja... doch weiß er das 100%?
Warum auch immer, die Gefühle und Erinnerungen übermannen sie und die starke Prinzessin schluchzte.
"
Es.. es tut wirklich gut, Deine Stimme zu hören. "